Bildungsurlaub Oman: Geschichte, Kultur und unberührte Natur

Bildungsurlaubعُمان

Wolkenkratzer, Luxusautos und endlose Shoppingmalls – so stellen sich viele die Golfstaaten vor. Oman ist anders. Genau deshalb haben wir es als Ziel für unseren Bildungsurlaub ausgewählt: Das Land zeigt, wie Tradition und Moderne am Golf auch zusammenpassen können.

Ein Land mit viel Raum

Oman liegt am Eingang zum Arabischen Meer und war schon immer ein wichtiger Knotenpunkt zwischen Arabien, Persien, Indien und Ostafrika. Wie seine Nachbarn wurde es im 20. Jahrhundert vom Öl geprägt – doch noch 1970 gab es im ganzen Land nur rund zehn Kilometer asphaltierte Straßen. Die rasante Entwicklung danach hat die Städte nicht in Hochhauslandschaften verwandelt: Maskat ist bis heute niedrig, weiß und erstaunlich grün.

Auf einem Quadratkilometer leben im Schnitt nur etwa 15 Menschen – ein großer Teil davon nicht aus Oman. Wer hier unterwegs ist, erlebt viel Weite und Ruhe.

Oman durch die Jahrtausende

Schon in der Steinzeit lebten hier Menschen. Um 3000 v. Chr. kannten die Sumerer das Land als Magan, berühmt für Kupfer und Seefahrt. Die südliche Provinz Dhofar war in der Antike für ihren Weihrauch bekannt. Viele Funde aus dieser Zeit zeigt heute das sehenswerte Nationalmuseum in Maskat.

Weil die Küste von Bergen geschützt ist, wurden Omans Häfen früh zu Treffpunkten vieler Kulturen. 1507 übernahmen die Portugiesen die Kontrolle über Maskat und blieben bis 1650. Danach entstanden die Zwillingsfestungen Al Mirani und Al Jalali, die bis heute über dem alten Hafen wachen. Eng mit Oman verbunden sind auch die Belutschen: Bis 1958 gehörte der heute pakistanische Hafen Gwadar zu Oman, und noch heute tragen viele Omanis den Namen al-Balushi.

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts begann die Herrschaft der Al-Said-Dynastie, die das Land bis heute regiert. Sultan Qabus bin Said (1940–2020) gilt als Vater des modernen Oman und ist im ganzen Land bis heute sehr verehrt. Seit 2020 regiert Sultan Haitham bin Tariq.

Unsere Erlebnisse in Maskat

Ein Höhepunkt ist die Große Sultan-Qabus-Moschee, 2001 fertiggestellt. Ihr Hauptminarett ist rund 90 Meter hoch – das höchste der Welt steht übrigens mit 210 Metern in Casablanca. Weiße Wände, helles Licht und geometrische Muster wecken in jedem den Fotografen. Besucher sind vormittags willkommen; plane etwas Zeit ein und achte auf angemessene Kleidung.

Sultan Qabus liebte klassische Musik und schenkte dem Land das Royal Opera House Muscat. Auch ohne Vorstellung kannst du das Haus bei einer Führung besichtigen.

Das schönste Einkaufserlebnis wartet aber nicht in den Malls, sondern im Souk von Mutrah. Ein paar Wörter, die du dort brauchst:

  • لبان – lubān: Weihrauch, vor allem aus Dhofar
  • خنجر – khanjar: der Krummdolch, den Männer zu festlichen Anlässen tragen
  • كمة – kumma: die bestickte Kappe der Männer
  • مصر – muṣar: der kunstvoll gebundene Turban
  • دشداشة – dishdāsha: das lange weiße Gewand – im Alltag ganz selbstverständlich

Die Erde ist ein Geschenk – hüte sie, wie du dein eigenes Zuhause hütest.

Omanisches Sprichwort

Natur pur: Wadi Shab und Bimmah Sinkhole

Oman ist ein Paradies für alle, die gern draußen sind. Rund zwei Stunden von Maskat entfernt liegt das berühmte Wadi Shab. Ein kleines Boot bringt dich über die Lagune, danach wanderst du etwa 45 Minuten zu türkisfarbenen Becken. Ganz am Ende wartet eine Höhle mit Wasserfall – erreichbar nur schwimmend durch einen schmalen Spalt. Ein unvergessliches Abenteuer!

Den Tag lässt du am besten mit einem Picknick am Strand von Tiwi und einem Besuch des Bimmah Sinkhole ausklingen – ein natürliches, türkisblaues Wasserloch mitten in einem kleinen Park.

Rustaq, Bahla und Nizwa: das Herz des Landes

Abseits der Hauptstadt lebt das traditionelle Oman. Im ruhigen Rustaq besuchten wir ein liebevoll eingerichtetes privates Museum in einem alten Familienhaus – voller Farben, Gegenstände und Geschichten aus dem omanischen Alltag. In Bahla, bekannt für seine gewaltige Lehmfestung, begegneten wir nach dem Freitagsgebet vielen herzlichen Menschen.

In Nizwa war schon der berühmte Reisende Ibn Battuta im 14. Jahrhundert zu Gast. Die Festung stammt aus dem 17. Jahrhundert – die Gastfreundschaft der Menschen ist zeitlos. Unsere Teilnehmenden kamen mit Henna-Künstlerinnen, älteren Damen beim Schalknüpfen und einer fröhlichen Gruppe von Männern auf Betriebsausflug ins Gespräch – auf Arabisch, versteht sich.

Ein herzliches Dankeschön an unseren Fahrer Khamis, der uns mit seinem Minibus und unzähligen Tassen Kaffee sicher durchs Land gebracht hat.

Oman hat uns mit seiner Mischung aus Tradition und Moderne, seiner Natur und der Herzlichkeit seiner Menschen tief beeindruckt. Für alle, die Ruhe, Kultur und echte Begegnungen suchen, ist dieses Land eine Schatzkammer.

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