Arabische Filme und Künstler*innen auf der Berlinale 2025
Die Berlinale gehört zu den großen Filmfestivals der Welt – und 2025 waren besonders viele Filme und Kunstwerke aus der arabischen Welt zu sehen. Regisseurinnen, Regisseure und Künstler*innen aus Ägypten, Syrien, Palästina, dem Irak, Sudan und Tunesien erzählten von Identität, Erinnerung, Migration und dem Alltag in einer Region im Wandel. Hier ist unser Rückblick.
Viele dieser Filme laufen nach dem Festival in Programmkinos oder später bei Streamingdiensten. Halte die Augen offen – sie sind eine wunderbare Gelegenheit, Arabisch zu hören.
Spielfilme
© 2025 Red Balloon Film, Productions Microclimat, IntramoviesYunanVon Ameer Fakher Eldin, mit Georges Khabbaz und Hanna Schygulla. Ein arabischer Schriftsteller im Exil zieht sich auf eine abgelegene Insel in Norddeutschland zurück. Die Begegnung mit einer eigenwilligen älteren Frau gibt ihm neuen Halt.Deutsch & Arabisch · Wettbewerb
© Frederic Batier / X Verleih AGDas LichtTom Tykwers Eröffnungsfilm: Eine Berliner Familie lebt nebeneinander her – bis die Syrerin Farrah als Haushälterin zu ihnen kommt und alles in Bewegung bringt.Deutsch, Englisch & Arabisch
© Hassala FilmsThe Settlement (Al mosta’mera)Von Mohamed Rashad. In Alexandria tritt der 23-jährige Hossam die Stelle in der Fabrik an, in der sein Vater tödlich verunglückt ist – und muss für Mutter und kleinen Bruder sorgen.Ägyptisch
© Karim El ShenawyDayeVon Karim El Shenawy. Der 14-jährige Daye, ein nubischer Junge mit Albinismus und einer goldenen Stimme, reist von Assuan nach Kairo, um bei einer Castingshow zu singen.Ägyptisch · Generation
© Grimm VandekerckhoveTêtes brûléesVon Maja-Ajmia Yde Zellama. Die zwölfjährige Eya aus einer tunesischen Familie in Brüssel verliert plötzlich ihren großen Bruder und sucht ihren eigenen Weg durch die Trauer.Französisch, Niederländisch & Arabisch
Dokumentar- und Kurzfilme
© Anas Saeed, Rawia Alhag, Ibrahim Snoopy, Timeea M Ahmed, Phil CoxKhartoumFünf Menschen aus der sudanesischen Hauptstadt erzählen von ihrem Leben zwischen Revolution, Krieg und der Frage: bleiben oder gehen?Sudanesisches Arabisch
© PK GazaYalla ParkourDie Filmemacherin Areeb Zuaiter begleitet einen jungen Parkour-Sportler in Gaza – und fragt sich dabei, was Heimat für sie bedeutet.Palästinensisches Arabisch
© Mahmoud IbrahimAkher Youm (Der letzte Tag)Kurzfilm von Mahmoud Ibrahim: Zwei Brüder räumen die Wohnung ihrer Familie, die abgerissen werden soll. Fünf stille, eindringliche Minuten.Ägyptisch
© Ali AmeerKurzfilm aus dem MarschlandAli Yahya zeigt ohne Worte das Leben einer Familie in den Sümpfen des Südirak – und wie Trockenheit ihre Welt verändert.Ohne Dialog
© Petit ChaosKurzfilm über Basateen al-RaziAntoine Chapon erinnert an ein zerstörtes Viertel in Damaskus, an dessen Stelle ein neuer Stadtteil entstehen soll.Dokumentarfilm
Wiederentdeckt
- Shayne – Stephan Geenes Porträt von Ricky Shayne: in Kairo geboren, in Beirut aufgewachsen und Ende der 1960er-Jahre ein Star der deutschen Schlagerszene.
- Purple Sea – Amel Alzakout und Khaled Abdulwahed verarbeiten in eindringlichen Bildern eine Flucht über das Mittelmeer.


Kunst: Migration und Zugehörigkeit
Neben den Filmen gab es auch Installationen. Das Alternative Denkmal für Deutschland lud per Augmented-Reality-App dazu ein, Erinnerungen an Migration zu entdecken – ausgehend vom Ischtar-Tor als Symbol für Kulturerbe. Die Videoinstallation J-N-N von Ginan Seidl folgte den Dschinn, geheimnisvollen Wesen aus der irakischen Kultur, auf einer Reise von Ur über Babylon bis in die Wohnzimmer Bagdads.


Die Auswahl zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig und lebendig das arabische Kino ist. Wer Arabisch lernt, findet hier Geschichten in vielen Dialekten – und einen neuen Blick auf die Region.
Filme im Original verstehen
Mit einer soliden Grundlage in Hocharabisch verstehst du auch Dialekte im Film immer besser.
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