Paris 2024: So ist es für arabische Athletinnen und Athleten gelaufen
Die Olympischen Spiele in Paris sind vorbei – Zeit für einen Rückblick: Wie haben die Athletinnen und Athleten aus der arabischen Welt abgeschnitten? Und seit wann sind arabische Länder überhaupt bei Olympia dabei?
Ein Blick zurück in die Antike
Die antiken Olympischen Spiele fanden ab 776 v. Chr. in Olympia statt und waren tief in der griechischen Religion verwurzelt. Teilnehmen durften griechische Bürger – dazu zählten auch die Bewohner griechischer Kolonien an den Küsten Nordafrikas, Ägyptens und der Levante. Athleten aus Regionen, die heute arabisch sind, hätten also mitmachen können, auch wenn sie sich selbst nicht als Araber verstanden hätten.
Ein späteres Beispiel ist der Gladiator Flamma aus Syrien, der im 1. Jahrhundert n. Chr. im ganzen Römischen Reich berühmt war.
Arabische Länder bei den modernen Spielen
Ägypten war das erste arabische Land bei Olympischen Spielen: 1912 in Stockholm. Ab 1928 nahm das Land regelmäßig teil. Weitere Länder folgten vor allem nach ihrer Unabhängigkeit – der Libanon, Syrien und der Irak in den 1940er-Jahren, Marokko, Tunesien und Algerien ab den 1960er-Jahren. Die Golfstaaten kamen in den 1970er- und 1980er-Jahren hinzu.
Paris 2024: 17 Medaillen für die arabische Welt
Ägypten reiste mit der größten Delegation seiner Geschichte an. Erfolgreichstes arabisches Land im Medaillenspiegel war jedoch Bahrain – mit einer kleinen Mannschaft und zwei Gold-, einer Silber- und einer Bronzemedaille.


Die Medaillen nach Sportarten
- Leichtathletik (5): Gold für Soufiane El Bakkali (Marokko, 3.000 m Hindernis) und Winfred Yavi (Bahrain, 3.000 m Hindernis), Silber für Salwa Eid Naser (Bahrain, 400 m), Bronze für Mutaz Barshim (Katar, Hochsprung) und Djamel Sedjati (Algerien, 800 m)
- Taekwondo (3): Gold für Firas Katoussi (Tunesien, 80 kg), Silber für Zaid Kareem (Jordanien, 68 kg), Bronze für Mohamed Khalil Jendoubi (Tunesien, 58 kg)
- Fechten (2): Silber für Fares Ferjani (Tunesien, Säbel), Bronze für Mohamed El-Sayed (Ägypten, Degen)
- Gewichtheben (2): Silber für Sara Ahmed (Ägypten, 81 kg), Bronze für Gor Minasyan (Bahrain, Superschwergewicht)
- Ringen (1): Gold für Akhmed Tazhudinov (Bahrain, 97 kg)
- Moderner Fünfkampf (1): Gold für Ahmed Elgendy (Ägypten)
- Turnen (1): Gold für Kaylia Nemour (Algerien, Stufenbarren)
- Boxen (1): Gold für Imane Khelif (Algerien, Weltergewicht)
- Fußball (1): Bronze für die Männermannschaft Marokkos
Frauen auf dem Podium
Fünf der 17 Medaillen gingen an Frauen. Das ist noch weit entfernt von der Gleichverteilung, die Paris 2024 bei den Startplätzen erstmals erreicht hat – aber ein starkes Signal. Die beiden algerischen Olympiasiegerinnen Kaylia Nemour und Imane Khelif haben gezeigt, wie vielfältig Frauensport in der Region ist. Auch die ägyptischen Teams in der Rhythmischen Sportgymnastik und im Synchronschwimmen waren erneut dabei.






Kleiner Sprachtipp: Medaille heißt auf Arabisch ميدالية (mīdāliya), Gold ذهب (dhahab), Silber فضة (fiḍḍa) und Bronze برونز (brūnz).
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